Die Ausbildung erfolgt nach § 66 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und dauert drei Jahre. Sie verbindet die praktische Ausbildung auf dem Baubetriebshof mit einem speziell auf die Bedürfnisse der Auszubildenden abgestimmten Berufsschulunterricht an einer Förderschule in Bielefeld.
Im Mittelpunkt steht eine besonders praxisorientierte Ausbildung. Auf dem Baubetriebshof werden die Auszubildenden individuell begleitet und entsprechend ihrer persönlichen Stärken und Fähigkeiten gefördert. Die praktische Arbeit bietet den Raum, auf die jeweiligen Bedürfnisse einzugehen und Lerninhalte an das persönliche Lerntempo anzupassen. So können vorhandene Potenziale gezielt weiterentwickelt und der Einstieg in das Berufsleben nachhaltig unterstützt werden. Neben der Vermittlung fachlicher Kenntnisse stehen deshalb auch die persönliche Entwicklung und das Erleben von Erfolg im Arbeitsalltag im Fokus.
„Ich sehe es als Meister als meine Pflicht, solche Themen anzugehen und jungen Menschen eine echte Perspektive zu bieten“, sagt Frank Mundhenke, Meister auf dem Baubetriebshof. „Jeder bringt unterschiedliche Stärken mit. Unsere Aufgabe ist es, diese zu erkennen und die Auszubildenden so zu fördern, dass sie ihren Platz im Beruf finden.“
Die angehenden Werkerinnen und Werker lernen unter anderem die Gestaltung und Pflege von Grünanlagen, den fachgerechten Umgang mit Pflanzen sowie die Verarbeitung von Materialien wie Naturstein, Beton und Holz. Auch der sichere Umgang mit kleinen Baumaschinen gehört zur Ausbildung.
Die Werkerausbildung eröffnet zudem Entwicklungsmöglichkeiten über den eigentlichen Abschluss hinaus. Durch eine Zusatzprüfung kann der Abschluss als Landschaftsgärtnerin oder Landschaftsgärtner erworben werden. Dass dieser Weg erfolgreich gelingen kann, zeigt ein Mitarbeiter des Baubetriebshofs, der seine berufliche Laufbahn als Werker begann und inzwischen den Gesellenabschluss im Garten- und Landschaftsbau erfolgreich abgelegt hat.
„Inklusion bedeutet auch, Menschen den Zugang zu einer qualifizierten Berufsausbildung zu ermöglichen und sie nachhaltig im Arbeitsleben zu unterstützen“, betont Bürgermeisterin Anke Grotjohann. „Als öffentliche Arbeitgeberin tragen wir dabei auch eine besondere soziale Verantwortung. Mit der Werkerausbildung möchten wir jungen Menschen die Chance geben, im Beruf Fuß zu fassen und gleichzeitig dem Fachkräftemangel im Handwerk entgegenzuwirken. Jeder Mensch bringt individuelle Stärken mit. Diese zu erkennen, gezielt zu fördern und daraus berufliche Perspektiven zu entwickeln, ist ein Gewinn – für die Auszubildenden ebenso wie für unsere Stadt.“
Mit dem neuen Ausbildungsangebot nimmt Porta Westfalica im Kreis Minden-Lübbecke eine Vorreiterrolle ein. Derzeit ist Porta Westfalica die einzige Kommune im Kreisgebiet, die diese Ausbildungsform anbietet. Künftig soll die Ausbildungsstelle regelmäßig ausgeschrieben werden.
