Wittekindsberg

    Der Burgwall (Wittekindsburg) wurde bereits in vorchristlicher Zeit, im 3./2. Jahrhundert vor Christus angelegt. Diese erste Burgmauer bestand aus einer hölzernen, durch senkrecht stehende Pfosten gestützte Front mit einem vorgelagerten, flachen Sohlgraben. Zahlreiche Keramikfunde hinter dem Wall deuten an, dass die Burg in der vorrömischen Eisenzeit zumindest stellenweise besiedelt war. Eindeutige Spuren von Häusern konnten in den schmalen Schnitten allerdings nicht nachgewiesen werden. Wann und warum diese Verteidigungsanlage aufgegeben wurde, ist unbekannt.

    Viele Jahrhunderte lag das Gelände brach und erst gegen Ende des 9. oder zu Beginn des 10. Jahrhunderts nach Christus, lange nach den Kämpfen zwischen Franken und Sachsen, ließ ein heute unbekannter Herr eine neue Burg erbauen, die nun von einem Mauerring aus Stein geschützt wurde. Die an ihrer Basis etwa 2,4 m dicke Mauer aus in Lehm verlegten Bruchsteinen orientierte sich exakt an den zerfallenen Wällen aus der vorrömischen Eisenzeit. Ihre vermutliche Höhe von etwa 3 m konnte durch weitere Grabungsbefunde erschlossen werden. Auch das Ende dieser Burg kann nicht eindeutig festgelegt werden. Als aber im Jahre 997 Bischof Milo von Minden von König Otto III. den Schutz für ein Frauenkloster auf dem Wittekindsberg erbittet, wird die Burg als Verteidigungsanlage nicht mehr existiert haben.

    Die Margarethenkapelle liegt im östlichen Teil der Wittekindsburg. Sie ist ein schlichter, einschiffiger Saalbau. Die Margarethenkapelle wird allgemein in das frühe 13. Jahrhundert datiert. Ob sie auf den Grundmauern des 993 in der Wittekindsburg gegründeten Klosters errichtet wurde, wie der Volksmund behauptet, ist bislang nicht bewiesen. Seit 1819 wurden häufig menschliche Skeletteile gefunden. Dies deutet auf einen hier einst vorhandenen Friedhof.

    Kreuzkirche: 1996 konnten archäologische Untersuchungen auf der Wittekindsburg ein Bodendenkmal erschließen, das weit über die Grenzen Ostwestfalens hinaus von großer historischer und kunstgeschichtlicher Bedeutung ist. Die Ausgrabungen legten die Grundmauern eines kreuzförmigen Gebäudes, eines sog. Zentralbaues frei, der ohne jeden Zweifel als Kirche anzusprechen ist. Die in der Regel 1,1 m breiten und z.T. noch bis 0,8 m hoch erhaltenen, in Lehm verlegten Bruchsteinmauern, bilden die Form eines griechischen Kreuzes von etwa 14 m Länge bzw. Breite. Der absolut symmetrische Grundriss bildet vier quadratische Räume von etwa 4 x 4 m Größe, die sich um einen ebenso dimensionierten zentralen Raum gruppieren. Im südlichen und westlichen Innenraum der Kirche konnten Reste von insgesamt fünf Gräbern freigelegt werden, wovon drei sicher als Kindergräber anzusprechen sind.

    Ein wissenschaftliches Kolloquium hat 1998 deutlich gemacht, dass es in Europa nur vier direkt vergleichbare Bauwerke gibt, nämlich in Prag, Krakau, Schuttern (Baden-Württemberg) und Trier. Die genannten Vergleichsbauwerke sind bis auf die Kirche in Trier heute nicht mehr zu sehen. Damit stellt sich der Grundriss auf dem Wittekindsberg als archäologische und baugeschichtliche Rarität dar.

    Ca. 2km westlich des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kamm des Wiehengebirges an der Stadtgrenze nach Minden befindet sich das „Berghotel Wittekindsburg“, das unter der laufenden Nummer 16 in der Liste der Denkmäler der Stadt Porta Westfalica eingetragen ist. Das Berghotel wurde 1895/96 erbaut. Es handelt sich um ein 2-geschossiges, 5-achsiges Gebäude. Das heute geschlossene Obergeschoss war einst nach allen Seiten offen und diente als Aussichtsplattform. Im Westen schließt sich an das Hauptgebäude ein 6-achsiger Fachwerkanbau an, der sog. Festsaal. Große Teile des Gebäudes, aber auch die Flügeltür, die Thekeneinrichtung und der Festsaal stammen noch aus der Erbauungszeit.

    Die Erbauung der Gaststätte in der Wittekindsburg hat ihre Ursache in der zunehmenden Beliebtheit von Wanderungen und Ausflügen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Gerade der Raum um die Porta Westfalica hatte großen Zulauf und erfreute sich nach der Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals im Jahre 1896 nochmals zunehmender Beliebtheit. 

    So befindet sich auch unmittelbar vor dem Berghotel, im Anschluss an den gastronomischen Freibereich des Berghotels, eine etwa 500m² große Aussichtsplattform, die einen Fernblick in das Ravensberger Hügelland erlaubt.

    Wittekindsquelle: Die heute versiegte Quelle sicherte zunächst die Wasserversorgung der Bewohner der Wittekindsburg. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert wurde sie zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Quelle wurde später eingefasst (im oberen Teil der Einfassung ein Relief mit Darstellung des sog. Quellwunders) und das Wasser speiste einen kleinen Teich. Im Jahre 1938 versiegte im östlichen Wiehengebirge auch die Wittekindsquelle, nachdem durch den Eisenerzbergbau die wasserführenden Schichten im Berg unterbrochen worden waren.

    Außerdem befinden sich in dem Areal die Königslinde, das Häverstädter Tor aus der Eisenzeit, mittelalterliche Mauerreste sowie ein Stollenmundloch.

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