Integration von Geflüchteten – Gemeinschaftsaufgabe in der Stadt Porta Westfalica

    Seitdem im Jahr 2015 die Zahl der Geflüchteten über einen längeren Zeitraum deutlich zugenommen hatte, ist das Thema Integration in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Stadt Porta Westfalica stellt sich der Herausforderung gemeinsam mit Ehrenamtlichen und sozialen Trägern.

    Das Ziel gemeinsamer Anstrengungen ist eine gelungene Integration unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der einheimischen und der zugewanderten Bevölkerung. Integration soll dort organisiert werden, wo beide Bevölkerungsgruppen in unmittelbarer Nachbarschaft zusammen leben oder über Schule, Arbeitsplatz und gesellschaftliches Leben in direktem Kontakt zueinander stehen.

    Bürgermeister Bernd Hedtmann: „Integration bedeutet vor allem auch Teilhabe an den Möglichkeiten, die eine Gesellschaft bietet. Dazu v.l.: Bürgermeister Bernd Hedtmann, Melanie Linke, Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Porta Westfalica, Anna Gasiewski, Mitarbeiterin der Diakonie, Kerstin Hensel, Vorstandsmitglied im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Vlotho e.V.gehören Bildung, Wohnraum, Arbeitsmöglichkeiten, medizinische Versorgung sowie die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Dies gilt für alle Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen – auch für Geflüchtete. Hier gilt für die Stadt Porta Westfalica, dass jeder an seinem Platz und mit seiner Aufgabe, aber alle an einem Strang ziehen.“

    Deshalb wurde in den vergangenen Jahren ein engmaschiges Netz für die Integrationsarbeit geknüpft in dem Ehrenamtliche, soziale Träger und die Stadt Porta Westfalica eng zusammenarbeiten.


    Breit gefächerte Unterstützung der Geflüchteten möglich durch rund 60 aktive Ehrenamtliche

    In Porta Westfalica sind zahlreiche Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe aktiv. Besonders in den Jahren 2015 und 2016 sorgten die steigenden Flüchtlingszahlen für große Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Porta Westfalica. Etwa 60 Ehrenamtliche unterstützen die Geflüchteten regelmäßig oder bei besonderen Anlässen. Sie sind selbstorganisiert oder in Gruppen aktiv. Ortsteilübergreifend arbeiten die Vereine „Hilfe für Flüchtlinge e.V.“ und „GreenFairPlanet“, letzter derzeit besonders in Lerbeck. In Lerbeck sind auch die „Brückenbauer“ und in Hausberge die „Neubürgerhilfe Hausberge“ engagiert für die Integration der Geflüchteten.

    Darüber hinaus sind zahlreiche Ehrenamtliche in verschiedenen Ortsteilen von Porta Westfalica ohne Gruppen- und Vereinszugehörigkeit im Einsatz, darunter auch Ehepaare und Familien. So bieten zwei selbstorganisierte Ehrenamtliche einmal wöchentlich eine Spielgruppe für Flüchtlingskinder der Gemeinschaftsunterkunft an und bringen die Kinder auch zum Schwimmunterricht.

    Ev. Kirchengemeinden und die kath. Kirchengemeinde unterstützen die Integrationsarbeit durch Begegnungsfeste, gemeinsame Gottesdienste, gemeinsames Essen, Aktionen für Flüchtlingskinder zu Weihnachten, Hilfen mit Spenden, Fahrten mit dem Kirchenbulli oder auch direkte Patenschaften, die über die Pfarrer/innen und  Ehrenamtliche aus den Gemeinden organisiert werden. Auch im Rahmen der „Portaner Tafel“ finden die Flüchtlinge Unterstützung und Ansprechpersonen. 

    Rechtlichen Grundlagen wurden geschaffen, indem Helferinnen und Helfer bei der Stadt Porta Westfalica registriert sind, ihre Verschwiegenheit erklärt und ein erweitertes Führungszeugnis abgegeben haben. Zugleich sind sie in die Unfallversicherung der Kommune mit aufgenommen.

    Zahlreiche Projekte und Veranstaltungen wurden initiiert, um den Geflüchteten das Leben in der neuen Heimat zu erleichtern. Dazu gehören u.a. eine Fahrradwerkstatt in der Portaschule, Begegnungsfeste an mehreren Standorten, ein Lauftreff, Boxtraining für Kinder und Jugendliche, Deutschkurse mit Kinderbetreuung, Ausgabe von Starterpaketen für neu Angekommene und eine Energieberatung.

    Zusätzlich zu den Projekten und Veranstaltungen unterstützen die Ehrenamtlichen die Geflüchteten ganz konkret im Alltag, organisieren Umzüge und Ausflüge oder beschaffen Spenden für die Wohnungsausstattung. Sie vermitteln zwischen Geflüchteten und Verwaltung, da sie deren Situation und Bedürfnisse gut kennen.

    Die Ehrenamtlichen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration Geflüchteter und fördern den interkulturellen Austausch. Voraussetzung für eine aussichtsvolle Arbeit der Ehrenamtlichen sind Kommunikation und Wissensaustausch mit Sozialarbeitern und Verwaltung.

    Fachlich qualifizierte Beratung im Integrationsprozess durch die sozialen Träger

    Das  Diakonische Werk des Kirchenkreises Vlotho e.V. bietet im Rahmen einer Kooperation mit der Stadt Porta Westfalica Beratung für Geflüchtete.

    „Ein Engagement für Geflüchtete erfordert fachliche und soziale Kenntnisse und Kompetenzen, die nicht allein durch das Ehrenamt abgedeckt werden können. Hier übernehmen die sozialen Träger der Integrationsarbeit, z.B. die Diakonie, eine wesentliche Rolle, aus der sich unser Tätigkeitsfeld ableitet“, erläutert Kerstin Hensel, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Vlotho e.V.

    Zwei Sozialarbeiter und eine Sozialarbeiterin sorgen für Informationsaustausch, Lebenshilfe bezüglich der sprachlichen, schulischen, beruflichen und sozialen Eingliederung der Geflüchteten in die Gesellschaft. Dabei wird sich am Bedarf der Geflüchteten orientiert. Beratungsangebote werden gemacht in folgenden Bereichen: erste Orientierung, Recht, Gesundheit, Fragen des täglichen Lebens, Vermittlung von Kultur und Werten der neuen Heimat, Konfliktprävention und Hilfestellung beim Zusammenleben, Wohnraumbeschaffung, Arbeitsmarktintegration.

    Die Sozialarbeiter sind erste Ansprechpartner der Geflüchteten und das Bindeglied zwischen den Geflüchteten und der Verwaltung, den Ehrenamtlichen und anderen Akteuren der Integrationsarbeit. Dabei vermitteln sie und sind Ansprechpartner für alle Beteiligten im Integrationsprozess.

    Stadtverwaltung ist gut aufgestellt für die Integrationsarbeit

    Seit März 2017 hat die Stadt Porta Westfalica eine Stelle für die Koordinierung des Ehrenamtes eingerichtet. Diese Koordinierungsstelle dient dazu, die Ehrenamtlichen zu unterstützen, Weiterbildungen zu organisieren, den Informationsfluss und eine gute Kommunikation zu gewährleisten. Darüber hinaus wurde im Juli 2018 eine Stelle für die Koordinierung der Stadtteilentwicklung, für Bürgerbeteiligung und das Quartiersmanagement eingerichtet, um die Bedarfe in den einzelnen Ortsteilen zu analysieren und Maßnahmen zur Steuerung der Entwicklung in den einzelnen Ortsteilen zu erarbeiten. Ein erster Schritt in Richtung Quartiersmanagement wurde durch die Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt gemacht, die für den Stadtteil Lerbeck im September 2018 eine Stelle eingerichtet hat als Ansprechperson vor Ort für alle Lebenslagen.

    Innerhalb der Verwaltung wird für die Leistungs-gewährung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, für die Unterbringung und für die Inobhutnahme minderjähriger Flüchtlinge gesorgt. Das Team der Jugendpflege der Stadt Porta Westfalica bietet Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, in Kontakt mit anderen zu kommen und spielerisch die deutsche Sprache zu lernen. Auch die Stadtbücherei macht spezielle Angebote für Geflüchtete, um ihnen so Zugang zur deutschen Sprache, zu Informationen und zu Kultur zu ermöglichen.

    Bürgermeister Bernd Hedtmann: „Die Stadt Porta Westfalica sieht Integration als Herausforderung und als Chance. Das Grundgesetz, insbesondere Artikel 1, ist Maßstab für kommunales Handeln. Hier vor Ort und gemeinsam stehen wir dafür ein, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das bedeutet, dass wir von Seiten der Stadt alles Nötige veranlassen für ein gutes und friedliches Zusammenleben.“


    Zahlen, Daten, Fakten

    Ca. 60 Ehrenamtliche sind aktiv. Die Geflüchteten leben in 21 Objekten, die der Stadt gehören oder angemietet worden sind. Die letzte Zuweisung von Asylbewerber erfolgte am 02. Juli 2018. Insgesamt in 2018 gab bis jetzt 48 Zuweisungen. Derzeit werden 15 unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) begleitet.

    Im Juli 2018 waren 260 Personen leistungsberechtigt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, davon waren ca. 30 Personen nicht im Bezug, da sie selbst über ein Einkommen verfügen.

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
    OK