Gut Holzhausen (Gut Oheimb)

    Das Gut Holzhausen trug zuvor die Namen „Grauer Hof“, „Gronen Hof“ und „Oheimbs Hof“.
    Vor 900 Jahren wurde es in einem Dokument erwähnt, als nämlich im Jahr 1099 die Edelfrau Reinmildes und ihre Tochter Reinmuldis den bischöflichen Hof Holzhausen am Schalksberge zu lebenslänglicher Nutzung bekamen.

    Der Bischof Werner von Minden erwarb den Hof dann etwa 1170 von der genannten Reinmuldis, die  damals Äbtissin zu Wunstorf war, zurück.

    Von 1339 bis 1344 hieß der Besitzer Knappe Ludolf von Slon. Danach erfahren wir über das Gut und seine Besitzer in den nachfolgenden drei Jahrhunderten nichts.

    Als nächster Besitzer wird 1620 Johann von Grone genannt. Der letzte männliche Besitzer der Familie Grone, Johann Friedrich von Grone, starb 1772. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Gut einen Taxwert von 30.000 Reichstalern. Dazu kam auch das Gebiet Linken Mühle. Hier wurde vom Oheimbschen Gut eine Wassermühe betrieben. Dazu gehörten auch 100 Morgen Land, auf dessen Fläche nahe der heutigen Autobahn A2 das Grab des Johann Friedrich Georg Wilhelm vom Oheimb liegt, das noch vorhanden ist. Da Johann Friedrich von Grone keine Söhne hatte, fiel das Gut an seine Tochter Charlotte Lucie, die mit dem schaumburg-lippischen Obersten Georg Wilhelm von Oheimb (geb. 1735, gest. 1818) vermählt war. Nach seinem Tod blieb das Gut im Besitz der Familie von Oheimb. Die Größe des Gutes betrug 800 Morgen, davon 350 Morgen Wald. Auf dem Gelände wurde 1690 ein Herrenhaus erbaut.

    Alexander Wilhelm Heinrich von Oheimb wurde 1820 in Enzen geboren. 1868 übernahm er den Hof Holzhausen. Als Landrat trat von Oheimb besonders für den Straßenbau und das Schulwesen ein. Für Holzhausen setzte er jährlich eine Summe für Schulferien aus. Auch der Bau des Kaiser-Wilhelm- Denkmals geht auf die Initiative von von Oheimb zurück. So hielt er auch zur Einweihung am 18. Oktober 1896 in Gegenwart des Kaiserpaares die Eröffnungsrede.

    Am 08. August 1903 ist Alexander Wilhelm Heinrich von Oheimb auf seinem Gut Holzhausen gestorben. Sein Sohn Bodo von Oheimb übernahm daraufhin bis zu seinem Tod 1907 das Gut Holzhausen. Anschließend ging das Gut an dessen Sohn Hans Joachim, der Letzte von Oheimb, über. Da er viel reiste, wurden nach und nach Wälder, Wiesen und Äcker verkauft. Hans Joachim von Oheimb, der 1950 verstarb, hatte sich als Förderer der Holzhauser Vereine hervorgetan.

    Bereits im letzen Kriege war im Herrenhaus des Gutes Holzhausen ein Lazarett eingerichtet. Dieses ist später von Prof. Dr. Simon als Klinik weitergeführt worden. Ab1952 war dies, mit dem Park, im Besitz des Deutschen Roten Kreuzes, welches dort ein Kurheim (Müttergenesungsheim) bis Ende 1987 unterhielt.

    Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wartet seither auf eine neue Verwendung.

    Die Stadtsparkasse Porta Westfalica nimmt die Ersterwähnung des Gutes Holzhausen und damit die Ersterwähnung des Stadtteils Holzhausen a. d. Porta zum Anlass, den 10. Stadttaler mit dem Hauptgebäude des Gutes zu prägen.

    (Text: Rainer Traue)

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