Barkhausen

    Barkhausen liegt als einziger Ortsteil westlich der Weser am Fuß des Wiehengebirges. Der Ort an Berg und Strom hat 4.276 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31.12.2017). Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal als bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes befindet sich unmittelbar auf einer Anhöhe des Wiehengebirges mit Blick auf die Westfälische Pforte.

    Die Gemeinde Barkhausen gehört seit der kommunalen Neuordnung im Jahr 1973 als Ortsteil zur neugegründeten Stadt Porta Westfalica, davor war sie Teil des Amtsbezirkes Dützen, der aufgelöst wurde.

    Die ersten Siedlungsspuren liegen vor dem 9. Jahrhundert, denn zu dem Zeitpunkt lassen sich die beiden Bauernschaften Aulhausen und Barkhausen nachweisen. Der erste schriftliche Vertrag für „Oulhausen“ datiert aus dem Jahr 1159. In der Folge entwickelten sich beide Ortsteile durch Ausweitung der Siedlungskerne, Barkhausen als Haufendorf, Aulhausen als langgestrecktes Dorf entlang der Weser. Die gemeinsame Bauerschaft lag im Bistum Minden, somit war der Mindener Klerus Grundherr über die abgabe- und dienstpflichtigen Eigenbehörigen. Diese Dienstlast bei wechselnden Grundherren bestand bis weit in das 18. Jahrhundert und führte oftmals zur völligen Verarmung der Bauernschaft.

    Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts entstand auf dem Land oft als Nebentätigkeit eine nennenswerte Handwerkstätigkeit. Allmählich erlangte der Handel eine immer bedeutendere Rolle und eine Bedingung dafür war der Ausbau der Wege im Dorf wie auch in der Umgebung. Im Jahr 1646 lag Aulhausen an einem berittenen Fernpostweg von Königsberg bis Kleve. 1819 fuhr das erste Dampfschiff auf dem Fluss von Bremen nach Hannoversch-Münden. 1864 wurde die Kettenbrücke zwischen Barkhausen und Hausberge gebaut, welche nach und nach eine seit 1711 bestehende Fähre ablöste. Die Brücke diente anfangs nur einer Eisenhütte zum Transport heimischer Rohstoffe. Um den wachsenden Bedarf einer sicheren Verkehrsanbindung an die Kreisstadt Minden zu genügen, wurde 1893 durch die Mindener Straßenbahn-Gesellschaft die Strecke Minden-Porta eröffnet, anfangs gezogen von Dampflokomotiven.

    Viele Mindener Bürgerinnen und Bürger fuhren an den Wochenenden „in die Porta“, wanderten „im Berg“ und besuchten anschließend die Hausberger oder Barkhauser Gastwirtschaften. Als im Oktober 1896 das Kaiser-Wilhelm-Denkmal eingeweiht wurde, fanden im Anschluss viele Barkhauser Lohn und Arbeit im aufkommenden Fremdenverkehr, zumal viele Ausflugsziele wie die Wittekindsburg mit der benachbarten Gaststätte, die Wittekindsquelle (1938 in Folge des Erzbergbaus versiegt), der benachbarte Moltketurm von 1829 als ursprünglicher Signalturm die Besucher auf die Höhe des Wiehengebirges lenkte. Ein weiteres Kleinod ist die Margarethenclus, urkundlich bereits 1224 erwähnt, sowie die sehenswerte, mitten im Dorf gelegene Kapelle, vermutlich zwischen 1530 bis 1550 erbaut. Die Freilichtbühne konnte im Mai 1928 mit den Aufführungen beginnen.
    Der zweite Weltkrieg hatte für Barkhausen nur wenige Schäden gezeigt, und doch legte sich ein Schatten auf das Dorf. Im beschlagnahmten großen Saal des Hotels "Der Kaiserhof" entstand 1944 eine Außenstelle des KZ Neuengamme. Die Häftlinge mussten am Tag in den ausgebauten Stollen der Berge für die Rüstungsindustrie arbeiten. Viele von ihnen wurden ermordet, wenn sie die Arbeitsleistung nicht mehr erbringen konnten.

    In den folgenden Jahren veränderte sich Barkhausen von einer bäuerlichen hin zu einer mehr bürgerlich geprägten Struktur, neue Wohngebiete wurden erschlossen, am westlichen Ortsrand entstand ein immer größer werdendes Gewerbegebiet und Barkhausen erstickte zunehmend im Straßenverkehr. Besonders betroffen war die Portastrasse und die zweite, 1954 erbaute Weserbrücke. Es sollte 30 Jahre von den ersten Planungen bis zur Umsetzung dauern, bis mit dem Bau einer neuen Brücke und dem sich anschließenden Weserauentunnel eine Entlastung eintrat. Letzterer hat dem Stadtteil Barkhausen durch einen Wanderweg auf dem Tunnelrücken entlang der Weser und mit der Neugestaltung des Platzes am Schiffsanleger einen viel genutzten Freizeitbereich eröffnet. Weitere neue Wohngebiete, in den letzten Jahren entstanden oder unmittelbar vor Baubeginn, lassen zusammen mit dem Neubau des Kreiskrankenhauses am westlichen Ortsrand darauf schließen, dass Barkhausen auch in Zukunft Veränderungen und Wandel in seiner Struktur erfährt.

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    Dirk Rahnenführer

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    Vorsitzender Bezirksausschuss II

    Funktion

    Barkhausen
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    Manfred Schulz

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    Reihenweg 4
    32457 Porta Westfalica 

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    Ortsheimatpfleger Barkhausen
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