Nachhaltiges kommunales Flächenmanagement

    Die Stadt Porta Westfalica hat – begleitet durch die Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Agenda 21 NRW e.V. – an einem Modellprojekt „Nachhaltiges kommunales Flächenmanagement“ teilgenommen, das auch nach Abschluss der begleiteten Phase weitergeführt wird.

    Motivation zur Durchführung des Projektes war, gemeinsam mit Bürgerschaft, Politik und Verwaltung eine tragfähige Diskussionsgrundlage für eine zukünftige Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes zu erarbeiten. Diese Grundlage mit den dabei geschaffenen Strukturen soll nun als Basis für die kommenden Stadtentwicklungsprozesse dienen.

    Dabei spielt die nachhaltige Stadtentwicklung eine besondere Rolle. Wie soll auf den demografischen Wandel reagiert werden? Wie soll die Stadt der Zukunft und Flächenmanagement Visionenihre Infra-struktur gestaltet werden? Was bedeutet es, nachhaltig mit Flächen umzugehen, sozial und umweltgerecht zu planen und zu handeln? Diese Fragen erfordern, sich intensiv mit den Themen der Stadtentwicklung auseinanderzusetzen.

    Zur Erarbeitung der Inhalte traf sich ein interdisziplinär besetztes Team aus allen Bereichen der Verwaltung mit aktiven Mitgliedern des Seniorenbeirates („Kernteam“). Die im Kernteam vorbereiteten Inhalte wurden in vier Workshops den weiteren Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus Politik und Bürgerschaft („Steuerungsgruppe“) vorgestellt, dort vertieft und beschlossen.

    Die Datenanalyse zeigte ganz klar, dass die Bevölkerung der Stadt in Zukunft abnimmt und älter wird. Somit steht mehr Siedlungsfläche je Einwohner zur Verfügung, so dass die künftige Unterhaltung der Infrastruktur höhere Kosten je Einwohner verursachen wird. Aufgrund der jetzigen Situation  ist es notwendig, die städtische Infrastruktur in Zukunft dem Bedarf angepasst, kostensparend und zugleich qualitativ und nachhaltig zu gestalten. Die größten Stärken und Chancen in der Stadtentwicklung haben sich im Bereich Wohnen und Flächennutzung herausgestellt. Als besondere Schwäche wurde das Fehlen einer lebendigen Innenstadt mit vielfältigen Angeboten bemängelt, während die Risiken besonders bei den explodierenden Kosten für Infrastruktur bei abnehmender Bevölkerung zu sehen sind. Das daraus abgeleitete Schwerpunktthema beinhaltet demzufolge die Schlagworte „Wohnsiedlungsentwicklung, Demografie und Infrastruktur“. Das aus den zusammengetragenen Daten sowie den Stärken und Schwächen abgeleitete Handlungsprogramm umfasst 3 Leitziele:

      1. Erhalt und Verbesserung der Wohnqualität und Förderung von wohnortnahen Arbeitsplätzen
      2. Schaffung von Funktionsschwerpunkten unter Nutzung des sozialen Engagements
      3. Konzentration der kommunalen Infrastruktur zu Gunsten der Qualität

    Das Handlungsprogramm, die Leitlinien sowie die künftige Aufbauorganisation wurden vom Rat der Stadt Porta Westfalica beschlossen. Der erste Flächenbericht wurde vorgelegt, der neben den Inhalten des Handlungsprogramms auch die Datenanalyse sowie die Stärken- und Schwächenanalyse dokumentiert. Der Stand der Umsetzung wird jährlich fortgeschrieben (siehe Flächenberichte auf der Seite rechts oben) und ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess eingeleitet. Im Laufe eines jeweiligen Jahres wird mit Hilfe der Indikatoren der Prozess bewertet, ggf. angepasst und weiterentwickelt, darauf aufbauend neu geplant und erneut für die weitere Umsetzung beschlossen.

    Um die Anstrengungen von Kommunen zum Flächensparen zu honorieren, wurde vom Umweltministeriums des Landes NRW ein Zertifizierungsverfahren für flächensparende Kommunen entwickelt. Die Stadt Porta Westfalica hat sich erfolgreich mit dem eingeführten Flächenmanagementsystem um die Zertifizierung „Meilenstein“ beworben und am 18.06.2014 durch Umweltminister Remmel zertifiziert (Pressemitteilung).



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