Umfrage zur Gleichberechtigung

    „Visionskisten“ im Rathaus der Stadt Porta Westfalica

    Laut Global Gender Gap Report 2020 des Weltwirtschaftsforums in Davos braucht Deutschland nach derzeitigem Stand noch 257 Jahre, bis Frauen und Männer in den Bereichen berufliche Karriere und Bezahlung, Zugang zu Bildung, politischer Mitwirkung und Gesundheit, fair miteinander gleichgestellt sind. Diese Feststellung lässt die Gleichstellungsbeauftragten in NRW nicht unberührt. Aus diesem Grund wird die Umfrage gestartet verbunden mit der Bitte, Ideen und Visionen für ein faires, gleichgestelltes Miteinander in NRW einzureichen. Online können Bürgerinnen und Bürger unter http://frauenbueros-nrw.de/ ihre Ideen mitteilen.

    Foto der VisionskisteAb dem 06.03.2020 steht in den Portaner Rathäusern 1 und 2 an öffentlichkeitswirksamer Stelle darüber hinaus jeweils eine „Visionskiste“ bereit. Judith Mohme, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Porta Westfalica, zu dieser Aktion: „Wünsche und Ideen in Sachen Gleichberechtigung können über die online-Befragung hinaus im Rathaus auch direkt schriftlich bis zum Equal Pay Day abgegeben werden. Bei Fragen oder Interesse an Informationen, können sich die Bürgerinnen und Bürger gern direkt an mich wenden.“

    Am 17.03.2020, dem Equal Pay Day, wird die Aktion beendet. Dies ist der Tag, an dem Frauen in Deutschland genauso viel Geld durch ihre Arbeit verdient haben, wie die Männer bereits am 31.12. des Vorjahres. Die Lohndifferenz beträgt immer noch 21 Prozent. Faktoren, die zu diesem Unterschied führen, sind z.B. die Höhe der Gehälter von Frauen und ihre geringeren Chancen auf Führungspositionen. Deutschland hat diese Gerechtigkeitslücke erst zu 72,3 Prozent geschlossen und befindet sich auf Platz 48 im Ranking.

    Beim Zugang zu Bildung sieht es besser aus. Hier stellt der Bericht fest, dass sich die Lücke zu fast 97,2 Prozent geschlossen hat. Zahlreiche andere Staaten kommen hier allerdings auf wesentlich bessere Werte, so dass Deutschland in diesem Feld nur auf Platz 103 im Ranking landet.

    Bei den politischen Mitwirkungsmöglichkeiten kommt Deutschland mit einem Anteil 47,7 Prozent im weltweiten Vergleich immerhin auf Platz 12. In den Ministerien in Bund und Ländern sind 40 Prozent mit Frauen besetzt, aber nur 30,9 Prozent der Parlamentssitze. In NRW gibt es 4 Landesministerinnen, das sind 28,57 Prozent und 27,1 Prozent der Abgeordneten sind weiblich.

    Auf dem Arbeitsmarkt stagniert der Anteil der Frauen bundesweit: Nur 55 Prozent der erwachsenen Frauen arbeiten entgeltlich, bei den Männern sind es  78 Prozent. Frauen leisten allerdings mehr als doppelt so viel Betreuungs- und Freiwilligenarbeit; in Deutschland arbeiten Frauen 1,6 Mal so lang wie Männer bei der Kinderbetreuung und im Haushalt –jedoch unbezahlt. Das ist die Zeit, die Frauen nicht zur Verfügung steht, um in ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, in ihre Karriere und folglich auch in ihre Altersversorgung zu investieren.

    Die Ergebnisse der Umfrage werden landesweit durch die Geschäftsstelle der LAG NRW

    vorgestellt und dazu verwendet, die zukünftige Ausrichtung der kommunalen Gleichstellungsarbeit vor Ort zu unterstützen.

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