Fortführung Wegrandkonzept Porta Westfalica

    Mitte Juni beginnen die Mäharbeiten zum Ökologischen Wegrandkonzept der Stadt Porta Westfalica. Das mit Beteiligung der Öffentlichkeit entwickelte und über zwei Jahre erprobte Mähkonzept geht nun, mit Ratsbeschluss vom 7. Juni 2021, in eine 3‐jährige Verlängerung (das MT berichtete am26.07.21). 

    WegrandkonzeptErfolgte der Probebetrieb in den Jahren 2019 und 2020 ausschließlich in den Ortsteilen Möllbergen und Holtrup, werden nun nahezu alle Ortsteile des Stadtgebietes einbezogen und an jeweils geeigneten Säumen gemäß des Mähkonzeptes gepflegt.
    Die Hälfte der ausgewählten Säume wird einmal pro Jahr gemäht, die andere Hälfte zweimal pro Jahr. Der Grasschnitt wird grundsätzlich abgeräumt. Gemäht wird, aus Rücksicht auf mögliche Bodenbrüter, ab dem 15. Juni. Bei der zweimaligen Mahd erfolgt die 2. Mahd im September. Aus Gründen der Verkehrssicherheit verbleibt die Mahd der Sichtdreiecke an Kreuzungen und Einmündungen in der Hand des Baubetriebshofes.

    Neu ist der Einsatz eines speziell entwickelten Mähgerätes. Der Entwickler des Gerätes hat das Projekt „Blühendes Porta Westfalica“ von Beginn an begleitet. Leider konnte das Mähgerät aufgrund des frühen Entwicklungsstandes und daraus folgender technischer Probleme in den Probebetrieben in Holtrup und Möllbergen noch nicht eingesetzt werden.
    Der nun von der Firma Dücker fertig konfigurierte Prototyp wurde den Entscheidungsträgern der Stadt im vergangenen Jahr im Gelände vorgestellt, hat zudem erfolgreiche Probeläufe in der Stadt Münster absolviert und kommt nun in Porta Westfalica zum Einsatz.

    WegrandkonzeptDie Mähtechnik arbeitet mit einem vollflexiblen Arm mit Mähbalken (Doppelmesser). Greifarmeschieben das Schnittgut auf ein Gestänge ca. 50 cm über dem Saum. Hier können im Schnittgut verbliebene Insekten oder Käfer zurück auf den Saum fallen. Im nächsten Schritt wird der Grasschnitt über ein Wurfgebläse in einen Schlauch befördert und von hier aus mittels Saugmechanismus auf den Ladewagen. Mähen, Aufnehmen und Laden erfolgen so in einem Arbeitsgang. 

    Da es sich bei der geänderten Unterhaltungspflege um eine reine Naturschutzmaßnahme handelt, konnte für die Verwertung des Grasschnittes ein Biogasanlagenbetreiber gewonnen werden. 

    Während der 3‐jährigen Projektdauer wird die Vegetation der Säume über ein sogenanntes Monitoring regelmäßig kontrolliert und dokumentiert. Die Beobachtung soll Aufschluss über die Entwicklung der Säume geben. Angestrebt ist vor allem die Ausmagerung der Säume. Die Reduzierung des Nährstoffeintrags durch das Abräumen des Mahdguts bremst das starke Graswachstum aus und fördert die Entwicklung von Kräutern. Neben den positiven ökologischen Auswirkungen kann damit langfristig auch die Unterhaltungspflege der Säume reduziert werden. 

    Mit der Entwicklung kräuterreicher, blühender Säume entstehen z. B. für stark bedrohte Insekten, wie u. a. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, dringend benötigte Nahrungsflächen. Zudem dienen artenreiche Säume der Vernetzung von Lebensräumen und ermöglichen so den notwendigen Austausch von Pflanzen und Tieren zur Erhaltung eines gesunde n Genpools. 

    Das Pflegekonzept: Die Frühsommer‐Mahd der ausgewählten Säume erfolgt, je nach Aufwuchs im Zeitraum vom 15.06. bis zum 15.07. und wird auf der kompletten Breite der Säume durchgeführt. Die Herbst‐Mahd der Säume, die ein zweites Mal im Jahr gemäht werden, erfolgt vom 01.09. bis zum 30.09. auf einer Breite von 1 m.
    Die Randvegetation sowie der Aufwuch auf den lediglich einmal gemähten Säumen bleibt als wichtige Nahrungsquelle sowie als Rückzugs‐ und Überwinterungsraum für Tiere bis zur Mahd im nächsten Frühsommer erhalten.

    Die Lage der Säume, die in den nächsten drei Jahren gemäß dem Mähkonzept gemäht werden, können über die folgenden Karten eingesehen werden: 

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