Fachtagung im Rathaus: Spurensuche - Besondere Kinder verstehen

    Im Rathaus der Stadt Porta Westfalica fand am Samstag, dem 09. November, eine Fachtagung über die Folgen früher Gewalterfahrungen und Traumatisierungen statt. Die Tagung wurde organisiert vom Pflegekinderdienst der Stadt Porta Westfalica in Kooperation mit der Stadt Minden.

    Eingeladen waren alle Eltern, die in der Stadt Porta Westfalica und der Stadt Minden Kinder in Pflege genommen haben. In Pflege kommen Kinder dann, wenn ihre Eltern zeitweise oder ständig nicht in der Lage sind, für ihre eigenen Kinder zu sorgen. Pflegefamilien sind für diese Kinder eine bessere Alternative zur Heimerziehung.

    Schon durch den Bindungsabbruch zu der Herkunftsfamilie haben die Kinder traumatische Erlebnisse durchlebt und oftmals kommen weitere belastende Erfahrungen wie Vernachlässigung oder seelische und körperliche Gewalt hinzu, die dazu führen, dass Kinder Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Diese sind als Versuch zu sehen, mit dem Erlebten umzugehen und den Alltag so gut wie möglich zu bewältigen. Die von den Kindern gemachten Erfahrungen haben Spuren hinterlassen, die in den Pflegefamilien sicht- und fühlbar werden und einen großen Einfluss auf die Pflegefamilie haben können.

    Im Rahmen des nicht öffentlichen Fachtages haben sich 80 Pflegeeltern mit traumarelevanten Zusammenhängen und den Möglichkeiten und Grenzen im Zusammenleben auseinandergesetzt. Ziel war, dass die Eltern für den Familienalltag „Handwerkszeug“ im Umgang mit traumaspezifischen Auswirkungen erhalten. Die Eltern hatten die Möglichkeit, über das Verhalten ihrer Pflegekinder zu sprechen und gemeinsam herauszufinden, welche Gründe Kinder für ihr Verhalten haben und wie ein gutes Zusammenleben gelingen kann.

    Informiert und begleitet wurden die Eltern von zwei erfahrenen Referentinnen.  Monika Biener und von Marita Brümmer sind seit über 20 bzw. 30 Jahren für das Eylarduswerk in Bad Bentheim tätig. In dieser Einrichtung werden ca. 250 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien durch ambulante und stationäre Hilfen betreut.

    Zunächst klärten die Referentinnen die Frage, was ein Trauma ist und welche Folgen es für die Betroffenen hat, welche Symptome auftreten können. So leiden diese Kinder häufig  z.B. unter sog. „Triggern“ und daraus resultierenden „Flash-backs“, die bei den Kindern starke Reaktionen auslösen können. Anhand videodokumentierter Alltagsszenen wurde praxisnah vermittelt, welche Umgangsweisen mit traumatisierten Kindern hilfreich sind und welche traumapädagogischen  Grundhaltungen dazu beitragen, dass die Kinder unterstützt und aufgefangen werden können.