Denkmäler „Untertageverlagerung Dachs 1“ und „Stöhr 1“ beschädigt

    Am 26. September wurde festgestellt, dass die Denkmäler an mehreren Stellen beschädigt worden sind. Die Stadt Porta Westfalica erstattet Anzeige gegen unbekannt.

    Ab März 1944 wurden auf Befehl des Rüstungsministeriums im Wiehen- und Wesergebirge beide Anlagen im Jakobsberg von Häftlingen aus dem Konzentrationslager Neuengamme ausgebaut. Bis zur Befreiung im April 1945 wurden ca. 3300 Frauen und Männer unter unwürdigen Bedingungen in drei KZ-Außenlagern interniert und zur Arbeit gezwungen. 

    Seit 2014 sind die Anlagen im Jakobsberg durch die Aufklärungsarbeit des Vereins KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V. zunehmend ins öffentliche Interesse gerückt. Etwa 2800 Personen erhielten seit 2015 die Möglichkeit, an einer Führung in der Anlage „Untertageverlagerung Dachs 1“ teilzunehmen. 2017 wurde die Anlage und Denkmalschutz gestellt. Hierzu gehören auch die Anlagen, die sich oberirdisch auf dem Jakobsberg befinden. 

    Es ist bekannt, dass die Anlagen in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder illegal betreten worden sind, trotz verschiedener Maßnahmen, die gegen diese lebensgefährlichen illegalen Befahrungen ergriffen wurden. Zuletzt wurde im März 2017 ein illegaler Zugang mit Beton ausgegossen. 

    Wiederholt musste festgestellt werden, dass die Anlagen mutwillig beschädigt, vermüllt und beschmiert wurden. Es wurde Feuer gemacht und Feuerwerkskörper gezündet, es wurden Fledermäuse getötet und Schießübungen durchgeführt. 

    Bürgermeister Bernd Hedtmann: „Illegale Befahrungen sind ein Straftatbestand. Wer in die Anlage unerlaubt einzudringen versucht oder in sie eindringt, bringt sich in Lebensgefahr, missachtet den Naturschutz, begeht Sachbeschädigung, Einbruch und muss sich nun seit 2017 auch wegen Beschädigung eines Denkmals verantworten. Allein hierfür kann eine Geldbuße bis zu 30.000 Euro drohen. Jede Beschädigung des Denkmals wird nun zur Anzeige gebracht. Ich hoffe sehr, dass die Versuche eingestellt werden, die Anlage illegal zu befahren.“ 

    Der Respektlosigkeit gegenüber des Gedenkortes, der Beschädigung des Denkmals und der Missachtung des Naturschutzes treten die Stadt Porta Westfalica und der Verein KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica in Zukunft gemeinsam gegenüber. So wurden die Einbruchsversuche an drei Stellen frühzeitig entdeckt, da der Verein regelmäßig Kontrollen durchführt. Es wurde umgehend veranlasst, dass die Grabungen wieder verfüllt und das Gitter auf einem Lüftungsschaft wieder angeschweißt werden. Der beschädigte Eingang wird ebenfalls wieder gesichert.

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